Solarzellen günstig wie nie
Veröffentlicht von World of Good am 5. März 2009Das Solarunternehmen Conergy konnte sich im vergangenen Jahr nicht aus den roten Zahlen retten. Wie das Hamburger Unternehmen heute, Donnerstag, bekannt gab, rutscht es 2008 sogar noch tiefer in die Verlustzone. Mit einem Minus von 252 Mio. Euro verzeichnet es trotz umfassender Restrukturierungsmaßnahmen ein noch schlechteres Ergebnis als erwartet. Dabei wurde die Conergy-Bilanz neben negativen Währungseffekten von Abschreibungen auf Lagerstände belastet, die auf den Verfall der Modulpreise zurückzuführen sind. Während die Spottpreise für Solarzellen den Branchenplayern große Sorgen bereiten und ein regelrechtes Massensterben unter den Herstellern verursachen können, freuen sich die Verbraucher und Hausbauer über derzeit äußerst günstige Konditionen.
Solar-Spottpreise freuen Verbraucher und bereiten Herstellern Sorgen
“Das vierte Quartal war bei uns wie bei fast allen Unternehmen zu großen Teilen geprägt von der Finanzkrise – und bewegte sich daher außerhalb der Norm: Die Kreditvergabe von Banken lief schleppend. Insofern zeigten sich viele Investoren hinsichtlich Solarprojekten in dieser Zeit zurückhaltend. Hinzu kam der Wandel des Photovoltaik-Markts vom Verkäufer- zum Käufermarkt binnen weniger Wochen. Das Ergebnis waren fallende Modulpreise von zum Teil über zehn Prozent. Solarpanele sind damit so günstig und rentabel wie nie zuvor. Ein baldiger Nachfrageanzug sollte die Folge sein”, erklärt Conergy-Sprecher Alexander Leinhos. Branchenkennern zufolge soll sich der Preisverfall im Krisenjahr 2009 aufgrund der aufgebauten Überkapazitäten in der Produktion fortsetzen. Etwa im Bereich Solarthermie winken Hausbauern daher bisher unbekannte Tiefstpreise. Die günstigen Konditionen drücken hingegen auf die Margen der Hersteller, weshalb Experten eine deutliche Marktbereinigung erwarten.
Angesichts der Schieflage, in die Conergy aufgrund seiner zu breiten Aufstellung vor mehr als einem Jahr geraten war, führte das Unternehmen 2008 ein scharfes Restrukturierungsprogramm durch. So wurden weltweit rund 1.000 Stellen abgebaut und Randaktivitäten wie Solarthermie oder die Produktion von Windenergieanlagen verkauft. Das Unternehmen hat sich aus elf Ländern zurückgezogen und legt seinen Fokus nunmehr verstärkt auf das Kerngeschäft im Bereich Photovoltaik. “Die Restrukturierung war notwendig und hat uns bislang sehr gut getan. Im Jahr 2008 sind die Maßnahmen auch gut angelaufen und haben erste positive Ergebnisse gezeigt”, meint Leinhos. Positiv sei, dass Conergy im Umsatz mit einem Plus von 40 Prozent die Marke von einer Mrd. Euro knacken konnte. Zwar sieht das Unternehmen von einer konkreten Prognose für 2009 ab. “Wir sehen dem Jahr aber trotz der Finanzkrise zuversichtlich entgegen. Die günstigen Modulpreise werden schon bald wieder neue Kaufanreize schaffen. In den USA erwarten wir neue Anreize durch Präsident Obamas solarfreundliche Gesetzgebung. Hier werden wir uns in Zukunft noch stärker engagieren”, so Leinhos gegenüber pressetext.
Nachdem das geplante Produktions-Joint-Venture mit dem koreanischen Hersteller von Unterhaltungselektronik, LG Electronics, gegen Ende des Vorjahres unerwartet geplatzt ist, befindet sich Conergy zur Zeit nicht mehr in Gesprächen mit potenziellen Partnern. “Angesichts der momentanen Finanzlage ist die Umsetzung eines solchen Vorhabens nicht allzu einfach”, gibt Leinhos zu bedenken. Dem entsprechend werde das Werk in Frankfurt/Oder voraussichtlich langfristig im Verbund bleiben.
Aussender: pressetext.deutschland
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